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Gebisslos oder nicht? Was ist besser fürs Pferd?

23.08.2019 (letztes Update 29.01.2021)

Dieser Beitrag ist Teil 1 von 4 der Artikel-Serie "Gebisslose Arbeit mit dem Pferd"

Gebisslos ist besser. Gesünder und schonender fürs Pferd. Angenehmer. Einfach total genial. Und Gebisse sind der Teufel in Person. Gefährlich, scharf, unangenehm und nur was für Reiter, die ihr Pferd sonst nicht gehalten kriegen.

Wisst ihr was? Bullshit.

Egal ob mit Gebiss oder ohne: Zäumungen sind immer schmerzhaft und somit gefährlich, wenn man sie zu heftig oder falsch benutzt. Zügel gehören nur in sanfte Hände, egal was auf der anderen Seite dranhängt.

! Die Pro- und Kontraargumente beruhen nicht auf meiner persönlichen Meinung, sondern auf gründlicher Recherche. !

Gebisslose Zäumungen

Vorteile

  • gut für Pferde, die empfindlich im Maul sind
  • gut zum Einreiten, um nicht direkt ein Gebiss im empfindlichen Pferdemaul zu haben, sondern zuerst die Basics zu üben
  • hilfreich bei Pferden, die zum Einrollen oder auf den Zügel legen neigen
  • gut bei Zahnproblemen oder bei Jungpferden, um den Kiefer zu schonen
  • zentrales Einwirken auf die Nase, erleichtert die Biegung
  • gut geeignet, um feine Hilfen zu geben (übt nicht wie Gebiss permanenten Druck aus)
  • drückt nicht auf Zunge, Laden etc. - dadurch keine Verspannungen im Kiefer, die gelöst werden müssen

Nachteile

  • darf nicht zu fest verschlossen werden, damit das Pferd weiterhin kauen kann - muss dementsprechend gut passen
  • meist schlecht geeignet für Dauerkontakt (ob das ein Nachteil ist, sei mal dahingestellt...), man reitet über Impulse
  • auf Turnieren größtenteils unzulässig

Es gibt viele Vorurteile von gebisslosen Zäumungen, so wie "Damit kann man keine Anlehnung erzeugen" oder "Das Pferd kann so nicht versammelt werden", ... - in diesem Artikel hier wurde jedes einzelne dieser Argumente widerlegt.

Trensen mit Gebiss

Vorteile

  • Gebiss erleichtert Abkauen und damit Entspannung durch Aktivierung des Kaureflexes (BEI KORREKTER VERWENDUNG statt bloßem Ziehen...)

Nachteile

  • Gebisse werden oft mit Gewalt verwendet (gerade im Elitesport) um das Pferd "rund" zu bekommen

--> aufgesperrte Mäuler bis hin zu Rollkur sind die Folge

  • oft schärfer als gebisslose Zäumungen, da das Gebiss im empfindlichen Pferdemaul liegt, auf die Zunge drückt
  • kann durch Aktivierung des Kaureflexes und damit des Speichelflusses das regelmäßige Atmen blockieren (kann schneller zu Atemnot oder Erschöpfung führen); das haben mehrere Studien bewiesen
  • im Pferdemaul ist laut einer Studie der tierärztliche Hochschule Hannover gar kein Platz für ein Gebiss - schuld ist die jahrelange Zuchtveredlung...
  • kaltes Metall im Maul ist im Winter alles andere als angenehm

Persönliche Meinung

Ich finde, man sollte die Zäumung je nach Pferdealter, -typ und Ausbildungsstand wählen und verschiedene Dinge ausprobieren. Wichtig ist: Es gibt scharfe gebisslose Zäumungen (z.B. Hackamore) und auch scharfe Gebisse (Kandare). Beide sollten nur in sehr erfahrene Hände, da man dem Pferd damit schnell schadet.

Dennoch scheint viel dafür zu sprechen, sein Pferd gebisslos zu reiten - die Liste der Vorteile ist lang, und das Gebiss hat offensichtlich viele Nachteile. Ich persönlich arbeite Bolero gebisslos, denke aber, dass jeder für sich selbst entscheiden sollte, welchen Weg er wählt. Manchen Pferden gibt das Gebiss im Maul Stabilität, andere fühlen sich damit sichtlich unwohl. Manche brauchen den Anreiz im Maul, andere werden dadurch nur blockiert und in ihren natürlichen Bewegungen gestört.

Der beste Kritiker, ob mit oder ohne Gebiss, ist und bleibt das Pferd selbst. Man muss nur zuhören, wenn es Nein sagt.

Kategorien: Pferdegerecht | Schlagworte: Alternativen zum Reiten, Reiten, Trainingsimpulse

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