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5 günstige und effektive Mittel gegen Mauke

30.03.2020

Dieser Beitrag ist Teil 3 von 4 der Artikel-Serie "Erste Hilfe"

Artikelserie "Erste Hilfe"

"Mist! Schon wieder eine endlos lange Tierarztrechnung. Und dabei ist mein Konto noch restlos leergefegt vom letzten drölffachen Schlüsselbeinbruch... Wenn das so weitergeht, packe ich Heinz-Hubert bald in Luftpolsterfolie ein & sperre ihn in eine Hochsicherheitsbox."

oder auch:

"Andreas! Der Heinz-Hubert guckt schief, du musst sofort den Tierarzt rufen, der hat bestimmt eine spastische Kolik! Beeil dich, gleich fällt er um!"
"Aber Elfriede, er ..."
"Moment. - Oh Gott, ANDREAS! Jetzt hat er auch noch aufgehört zu fressen! Hol den Hänger, wir fahren direkt in die Klinik!"

Na gut, das war ein bisschen übertrieben. Aber sind wir doch mal ehrlich: Wir Pferdemenschen neigen dazu, bei jedem Pups den Tierarzt zu fragen. Dabei muss der nicht immer bei jeder Kleinigkeit direkt ran - viele Probleme lassen sich easy selbst diagnostizieren & häufig sogar lösen, wenn man nur das nötige Know-how hat. Sicher, in manchen Fällen kommt man um den Tierarzt nicht drumrum, aber häufig kann man diesem eine Menge Arbeit abnehmen und so unnötige Kosten sparen.

Eine fortlaufende Beitragsserie rund um Diagnose, Symptome, Behandlung und Prävention der bekanntesten Pferdekrankheiten.


Fast jeder Pferdebesitzer kennt sie - oft kommt sie ganz unscheinbar, sobald der Paddock ein bisschen matschig wird, aber auch im Sommer kann es einige Pferde treffen. Unbehandelt kann sie zu schlimmen Lahmheiten führen, aber wenn sie schnell erkannt wird, verläuft sie meist mild und ist schnell überstanden. Die Rede ist natürlich von Mauke.

Auf dem Markt gibt es viele Wundermittelchen gegen Mauke, die versprechen, dem geliebten Stallkumpel sofortige Abhilfe zu verschaffen. Der Preis ist dabei meist eher vergleichbar mit einem Einfamilienhaus - denn gute Dinge sind bekanntlich teuer. Aber muss das wirklich so sein? Nein! Denn es gibt viele günstige, recht unbekannte Alternativen, die meist auch noch deutlich nachhaltiger und angenehmer für die Pferdehaut sind.

Da sie nicht mit unnötiger Chemie vollgepumpt sind, schonen sie so den ohnehin gereizten Organismus und Unterstützen den Heilungsprozess sanft. Die Mittel können außerdem allesamt (bis auf die Zinkcreme) vorbeugend angewandt werden, ohne irgendeinen Nachteil - im Gegenteil!

Aber schaut selbst einmal, was ich so zusammengetragen habe. Ich berichte hier aus eigener Erfahrung, da ich persönlich lieber natürliche Dinge auf mein Pferd schmiere. Bolero hatte diesen Winter leichte Mauke, die ich zum Glück recht schnell entdeckt habe, weshalb sie mild verlief. Inzwischen ist sie komplett ausgeheilt und es wächst endlich wieder neues Fell :)

1) Waschen mit warmem Wasser & Kernseife, wahlweise je nach Ausprägungsgrad geht auch Wasser mit Kamille (z.B. in Form von Tee, aber Vorsicht, bei offenen Stellen brennt das!)
Die Kernseife tötet die Bakterien ab und ist auch beim Waschen das Natürlichste, was ihr eurem Pferd antun könnt. Ihr bekommt Kernseife recht günstig im Drogeriemarkt oder sicherlich auch in der Apotheke (unsere Kernseife haben wir schon seit Jahren, da sie so ergiebig ist, deshalb weiß ich das nicht so genau - aber ihr werdet sicher fündig!)

2) Brennessel füttern oder auf die Fesseln auftragen, auch zur Vorbeugung
Brennesseln unterstützen das Immunsystem und helfen so dem Pferd, egal ob getrocknet übers Futter oder in Form von Umschlägen oder Tee, den Heilungsprozess zu beschleunigen. Sie reinigen außerdem das Blut und kurbeln den Stoffwechsel an - ein Wundermittel der Natur, diese Brennessel. Du kannst sie in den Frühlingsmonaten einfach ernten und dann selbst trocknen, damit du für den kommenden Winter einen Immunsystembooster zur Hand hast oder entspannt online kaufen.

3) Zinkcreme zum Abheilen der Wunden
Medizinische Zinksalbe bekommst du ganz simpel im Drogeriemarkt deines Vertrauens, und sie hilft super bei eingerissener, empfindlicher Haut, nicht umsonst soll man im Fellwechsel seinem Pferd Zink füttern - auch Zink boostet das Immunsystem!
Als Salbe beschleunigt es die Wundheilung, aber Achtung: Auf Dauer solltest du Zinksalbe nicht einsetzen, nur bis die Wunden abgeheilt sind, denn sie trocknet die Haut aus, was zu neuen Rissen und somit zu einem erneuten Ausbruch der Mauke führen könnte.
Solange die Haut aber rötlich, geschwollen, heiß oder sogar verletzt ist, kannst du sie problemlos einsetzen.

4) Babyöl zum Einschmieren
Babyöl bekommst du auch in jedem Drogeriemarkt und teilweise sogar im Discounter. Öl ist bekanntlich wasserabweisend und wenn du die abgeheilten (nicht mehr offenen) oder gesunden, sauberen Stellen damit einreibst, verhinderst du, dass Wasser und Schmutz an die empfindliche, freiliegende Haut gelangen können. Somit kannst du deinem Pferd auf dem matschigen Paddock einen großen Gefallen tun, denn wenn kein Dreck an die Fessel kommt, kann nichts reiben und somit entstehen keine neuen Risse. Außerdem versorgt das Öl die Haut mit Feuchtigkeit und macht sie geschmeidig - da haben die schlechten Bakterien keine Chance mehr, sich anzusiedeln! Am besten ziehst du dir dafür Handschuhe an, sonst sind deine Hände hinterher ziemlich ölig.


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5) Trocken stellen + Fesselbehang kürzen
Das ist keine direkte Sache, aber so, so wichtig! Ich hatte Bolero die ersten Tage trotz Mauke weiterhin im Schlamm stehen, es wurde trotz meiner Mühen immer schlimmer. Nach drei Tagen Behandlung und Stehen auf dem Trockenen war die Mauke schon fast verschwunden. Dein Pferd überlebt es, einige Tage nicht bei seinen Kumpels/Kumpelinen zu stehen, wenn es dafür schmerzfrei wird!
Du solltest außerdem nach Möglichkeit den Behang kürzen, damit du zur Behandlung gut ran kommst. Der Behang hat zwar eine Funktion (den Matsch von der Haut fernhalten), aber wenn dein Pferd Mauke hat, dann ist diese Funktion nutzlos, denn der Matsch ist ja offensichtlich schon da und der Behang bewirkt eher das Gegenteil: Er verhindert, dass Luft an die Stellen kommt und hält Feuchtigkeit und Sand an der Haut fest - perfekt für die Bakterien! Also: Runter mit dem Behand, der wächst wieder nach! ;)

6) Immunsystem stärken
Der wohl wichtigste Punkt, da er langfristig wirkt: Ein starkes Immunsystem packt das Problem an der Wurzel. Wer das Immunsystem stärkt, behandelt also anders als bei den anderen (begleitenden) Maßnahmen nicht die Symptome sondern die Ursache. Einige Produkte, Hausmittel und andere Ideen, wie du das Immunsystem deines Pferdes auf Hochglanz bringst, habe ich dir in diesem Beitrag zusammengestellt.

Wichtig ist auch, die Ursache abzuklären. In manchen Fällen kann die Ursache der Mauke auch ein wenig weiter oben liegen - Milben am Fesselkopf reizen die Haut und können so neben dem starken Juckreiz auch Mauke begünstigen. Wenn ihr euch unsicher seid, fragt lieber mal euren Tierarzt. Die oben genannten Punkte solltet ihr trotzdem berücksichtigen, denn ihr schafft dadurch auf jeden Fall eine Abmilderung - und mit einem guten Immunsystem bekommt dein Pferd auch die Milben allein in den Griff!

Kategorien: Pferdegerecht | Schlagworte: Erste Hilfe, Immunsystem

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