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10 Tipps zum effektiven Muskelaufbau

23.05.2020

Der Traum eines jeden Reiters ist ein gut bemuskeltes, kraftvolles Pferd. Es gibt kaum einen Reiter, der nicht das Ziel "Muskelaufbau" verfolgt - das Thema ist omnipräsent und jeder gibt seine Erfahrungen zum Besten. Dabei ist doch jedes Pferd einzigartig - in seinen Vorlieben, seinem Exterieur und auch in seinen Bedürfnisssen.

Manche Pferde sind leichtfuttrig, andere bekommen 3 Kilo Hafer am Tag und nehmen trotzdem noch ab - und trotzdem soll es die Methode zum Muskelaufbau geben?

Nein, die gibt es nicht, denn jedes Pferd ist anders. Und trotzdem gibt es einige Dinge, die sich im Laufe der Zeit als sehr sinnvoll erwiesen haben und eine gute Wahrscheinlichkeit mitbringen, auch bei deinem Pferd zu wirken. Und diese Trainings- und Haltungstipps möchte ich heute mit dir teilen.

1. Ausreichend freie Bewegung

Das A und O für guten und gesunden Muskelaufbau ist natürlich die Möglichkeit des Pferdes, sich frei zu bewegen. Dafür ist ein Paddock mit Artgenossen essentiell, da die Auseinandersetzungen und auch das Spielen einen bedeutenden Beitrag zur Muskulatur leisten.

Der Paddock sollte groß genug sein, um auch mal Galopp zu erlauben (mindestens 20m lang) und im Idealfall sollte das Pferd dort so viel Zeit wie möglich verbringen. Optimal ist hierfür dementsprechend Offen- oder Aktivstallhaltung, auch um Verspannungen zu verhindern und den Bewegungsapparat fit zu halten.

Pferde, die die meiste Zeit in der Box verbringen, neigen eher zu Verspannungen und zeigen eher Verschleißerscheinungen an Gelenken, Bändern und Sehnen.

2. Geländetraining

Das Gelände bezeichne ich gerne als "Pferdespielplatz". Die meisten Pferde lieben Ausritte oder entspannte Spaziergänge in den nächsten Wald. Dabei setzt du auf ganz natürliche Weise Impulse zum Muskelaufbau, zum Beispiel durch das Auf- und Ablaufen kleinerer Berge, durch Natursprünge, verschiedene Untergründe wie Sand, Kies, Gras und Waldboden und kleinere Wasserstellen zum Durchqueren (Aquatraining!). Diese Abwechslung in Kombination mit Wurzeln am Waldboden stimulieren auch das Hufwachstum und verbessern die Balance, Koordination und Trittsicherheit deines Pferdes enorm.

Tipp: Versuche bei ausreichender Muskulatur doch mal, einige Tritte rückwärts bergauf zu gehen! Das Pferd schiebt die Hinterhand dabei vermehrt unter den Körper und nimmt so viel Last auf. Achtung - einige Tritte mit gesenktem Kopf reichen, das ist wahnsinnig anstrengend. Du kannst sogar mit Seitengängen am Hang arbeiten. Taste dich da einfach langsam ran und schau, was zu euch passt.

3. Cavaletti- und Stangenarbeit

Die Longen-, Hand-, Boden- oder auch Reitarbeit mit kleinen Cavalettis und Bodenstangen aktiviert die Bauchmuskulatur, wodurch das Pferd den Rücken anhebt. Es fördert die Aktivität der Hinterhand und das Körperbewusstsein, da das Pferd hierfür in der Lage sein muss, seine vier Beine unabhängig voneinander zu bewegen (viele Pferde wissen gar nicht, dass sie vier Beine haben!).

Die Arbeit mit Stangen und Cavalettis ist sehr anstrengend, kurze Einheiten dehnen und lockern das Pferd aber auch und helfen ihm ins schwungvolle Vorwärts-Abwärts, da es nach unten schaut um die Stangen zu lokalisieren und dabei mithilfe der Stangen Takt und Schwung beibehält.

Insgesamt ist die regelmäßige Arbeit mit Stangen und Cavalettis ein absoluter Allrounder für den Muskelaufbau, denn sie fördern Schwung, Losgelassenheit, Takt, Körperbewusstsein, Hinterhandaktivität und die Bauch- und Rückenmuskulatur.

Für das Longieren bitte ich dich, keine Ausbinder zu benutzen und auf einen Kappzaum zu setzen. Warum, kannst du hier nachlesen.

4. Pausen

Pausen sind vorallem nach starkem Training wichtig, damit die Muskulatur sich regenerieren und wachsen kann. Das Pferd benötigt 48-72h Ruhephase (also nur leichte Bewegung oder auch nur Paddock), um sich nach starker Beanspruchung zu regenerieren. Was starke Beanspruchung heißt, musst du für dein Pferd individuell definieren. Ein untrainiertes Pferd kann schon nach 1,5h Schritt durch den Wald kaputt sein, bei einem ausdauernden Pferd dauert es vielleicht deutlich länger, es müde zu bekommen.

Ein wichtiges Indiz, dass dein Pferd nicht mehr kann, ist das Hochreißen des Kopfes, das Verweigern der Hilfen, vermehrtes Stolpern oder auch ein müde nach unten hängender Kopf mit wenig Fleiß. Das ist der Punkt, an dem der Trainingsreiz gesetzt wurde und man sollte aufhören.


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5. Energie bereitstellen

Wichtig, damit Muskeln aufgebaut werden können, ist eine ausreichende Futterversorgung. Rauhfutter sollte dem Pferd ad libitum zur Verfügung stehen und bei Sportpferden oder Pferden im Aufbau sind außerdem essentielle Aminosäuren wichtig, um die Muskulatur optimal zu versorgen. Sollte dein Pferd eher zu dünn sein, gib ihm in der Aufbauzeit ruhig etwas mehr Kraftfutter, damit es den erhöhten Energieumsatz decken kann. Sonst wird es auch bei täglichem Training nicht aufbauen.

6. Gesundheitliche Probleme

Verspannungen, Blockaden und Fissuren sind häufig der Grund, weshalb Pferde trotz Training nicht aufbauen. Lasse deshalb mindestens (!) einmal im Jahr dein Pferd durch einen Osteopathen/Physiotherapeuten durchchecken, um eventuelle Hindernisse zu beseitigen. Im Aufbau ist es sogar ratsam, alle paar Monate einen Termin zu machen.

Auch anderweitige Probleme wie Asthma, Allergien aber auch Verletzungen können das Pferd im Training beeinträchtigen, da es Schonhaltungen aufbauen könnte, die widerum zu falscher Muskulatur und zu Verspannungen führen. Bei Atemproblemen kann sich das Pferd auch in der Bauch- und Rippenmuskulatur verspannen, wenn es die Luft "einsaugen" muss.

7. Falsches Equipment

Unpassende Sättel, falsche Zäumungen oder auch einfach nur ein zu schwerer Reiter können ebenfalls den Muskelaufbau verhindern oder sogar zum Muskelabbau führen. Lasse auch das durch einen Fachmann checken, gerade im Aufbau verändert das Pferd häufig seine Form und der Sattel muss manchmal bereits nach 3 Wochen erneut angepasst werden.
Unpassendes Equipment führt natürlich auch wieder zu Verspannungen und so weiter. (siehe Punkt 6)

8. Verändern der Aufrichtung

relative Aufrichtung, Dehnungshaltung und Gebrauchshaltung - so ist es korrekt

Viele Reiter reiten nur in Dehnungshaltung oder nur in Gebrauchshaltung - wichtig ist vor allem, das man die Aufrichtung häufig wechselt.

Eine der Haltungen für zu lange Zeit führt zur Überlastung einzelner Muskelgruppen und zur Ermüdung des Pferdes. Wer stattdessen zwischen Dehnungshaltung, Gebrauchshaltung und relativer Aufrichtung wechselt, trainiert das Pferd umfassend und schonend, da alle Muskeln beansprucht und trotzdem nicht überlastet werden.

Das häufige Wechseln trägt außerdem zur Verfeinerung der Hilfen und zur Aufmerksamkeit des Pferdes bei.

9. Alle Gangarten

Genauso wie man zwischen den Kopfhaltungen wechseln sollte, ist auch das Training in den verschiedenen Gangarten super. Im Galopp nutzt das Pferd Bauch und Rücken (gleichseitiges Anspannen) zur Stabilisierung des Körpers. Die Hinterhand wird im langsamen Galopp zur Lastaufnahme angeregt, im schnellen Galopp dient sie als Motor. Im Trab werden Bauch- und Rückenmuskeln ebenfalls beansprucht, allerding spannen sich die Rückenmuskeln hier wechselseitig an. Die Bauchmuskulatur dient hier vor allem zum Abfedern des Schwungs, der durch die Hinterhand entstehen sollte.

Der Schritt wird als Gangart oft unterschätzt, trainiert aber die gesamte Muskulatur und ist in der freien Natur fast auschließlich die Gangart, in der sich die Wildpferde fortbewegen. Und ich glaube nicht, dass ihr schon mal ein schlecht bemuskeltes Wildpferd gesehen habt, oder? Der Schritt ist schonend für den Bewegungsapparat und trägt zur Ausdauer bei. Schnelle, große Schrittrunden tun der Muskulatur unglaublich gut, da die langsam ermüdenden Muskeln angesprochen werden, die das Pferd ausdauernd machen und Tragkraft gewährleisten.

10. Übergänge

Oft unterschätzt, aber unglaublich wertvoll für den Muskelaufbau: Viele Übergänge, gerade Trab-Galopp-Übergänge sind gut, da die Rückenmuskulatur einmal "loslassen" muss, um vom wechselseitigen Anspannen ins gleichseitige zu wechseln. Für fortgeschrittenere Teams sind auch Trab-Rückwärts-Trab und Galopp-Rückwärts-Galopp-Übergänge super, da das Pferd die Hinterhand mehr unter den Schwerpunkt setzt, um auf ein erneutes Anhalten und Rückwärts sofort reagieren zu können. Baut solche Übergänge je nach Kondition öfter ins Training ein!

Für noch untrainierte Pferde geht auch Schritt-Halt-Rückwärts-Schritt, auch das fördert das Setzen auf die Hinterhand und lässt das Pferd somit auch weicher in der Hand werden.

Kategorien: Pferdegerecht | Schlagworte: Abwechslung, arten von, Fütterung, gesundheit, Krankheit, longieren, Motivation, Muskelaufbau, nachhaltig, pferd, pferdegerecht, pferdetraining, Probleme mit dem Pferd, Reiten, Trainingsimpulse, Wissenschaft

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